Die Webseite, die mir den Weg in die IT geöffnet hat

Es war Zeit für etwas Neues. Meine alte Bewerbungswebseite hatte ihren Zweck erfüllt. Mit diesem ersten Beitrag beginnt nun ein neues Kapitel auf steffenjung.de.
Ich hatte gelernt, wie man Webseiten baut. Ich wollte in die IT. Also brauchte ich eine Bewerbungswebseite. Für mich war das damals ein ganz logischer Schluss.
Dass ich damit später in der Zeitung stehen würde, hatte ich allerdings nicht eingeplant.
Erst BASIC, dann Betriebswirt
Die Begeisterung für Computer war da schon lange vorhanden. Als junger Teenager beschäftigte ich mich mit Geräten, die Commodore C64 oder Schneider CPC hießen. Mit der Programmierung in BASIC ging es bald darauf los. Ich wollte auch selbst etwas bauen.
Während meiner Schulzeit entstand ein Notenverwaltungsprogramm. Damit konnte ich jederzeit auf Knopfdruck mein eigenes „Zwischenzeugnis“ abrufen. Die Noten eintragen, rechnen lassen und wissen, wo ich stehe – fand ich ziemlich praktisch.
Ein kleines Raumschiff-Ballerspiel gab es auch. Mit einem etwas eigenwilligen Laser: Solange die Gegner ganz oben waren, war er kurz. Je näher sie kamen, desto länger wurde er. Bugs gehörten also schon damals dazu.
Trotz dieser Begeisterung entschied ich mich zunächst für eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Die Technik nahm ich einfach mit. Im Betrieb konnte ich mich mit Excel-Listen austoben und Arbeitsabläufe verbessern. Es gab immer etwas, das sich mit dem Computer einfacher lösen ließ.
Später kam berufsbegleitend der Betriebswirt dazu. Aber die Faszination für Technik ließ mich nie los. 1999 begann ich schließlich eine Weiterbildung zum Multimedia- und Internetentwickler. Jetzt wollte ich auch beruflich in die IT.
Die Onlinebewerbung
Also stellte ich meine Bewerbung ins Netz: Lebenslauf, Zeugnisse, Foto und einen Fragebogen. Dazu gab es eine animierte Variante, die durch meinen bisherigen Werdegang führte.
Wer wissen wollte, ob ich mit dem Internet etwas anfangen konnte, konnte es sich direkt ansehen. Für mich passte das zusammen: Ich hatte etwas gelernt und konnte mit meiner Bewerbung gleich zeigen, was ich damit machen konnte.
Heute klingt das wenig spektakulär. Damals war eine eigene Bewerbungswebseite offenbar noch ungewöhnlich genug für einen Artikel in der Stuttgarter Zeitung. Ich war wohl schon ziemlich Digital Nerd. Während andere darin eine besondere Bewerbungsidee sahen, dachte ich eher: Ist doch logisch. Macht man so.
Am 16. August 2000 erschien der Artikel. Die Webseite hatte ihren eigentlichen Zweck zu diesem Zeitpunkt bereits erfüllt: Sie hatte mir den Weg in die IT geöffnet.

Der Journalist schaute genauer hin
Beim Wiederlesen muss ich über einige Beschreibungen schmunzeln. Der Journalist fand meinen Lebenslauf ausgesprochen aufgeräumt. Bei meiner Wohnung war er sich da weniger sicher.
Er beschrieb mein Sofa, einen staubigen Glastisch und die etwas mitgenommenen Zimmerpflanzen. Die hatten immerhin Namen. In der Küche entdeckte er noch ein paar Flaschen Mineralwasser und zwei gespülte Gläser.
Eine ziemlich anschauliche Momentaufnahme meines damaligen Lebens. Offenbar hatte er genauer hingeschaut, als es für einen Artikel über Onlinebewerbungen unbedingt nötig gewesen wäre.
Beruflich war jedenfalls einiges los. Ich hatte gerade angefangen, arbeitete viel und war begeistert von dem, was ich lernte. Der Artikel hält diesen Moment fest, in dem aus meinem Interesse am Internet ein neuer beruflicher Weg wurde.
Nach der Stuttgarter Zeitung wurde auch der STERN auf mich aufmerksam. Später wurde dessen Beitrag im Deutschland Magazin aufgegriffen und ich landete sogar auf der Titelseite.

Ich hatte einfach eine Webseite gebaut, um einen Job zu finden. Mit dieser Aufmerksamkeit hatte ich nicht gerechnet.
Die eigene Webseite kann warten
Danach blieb die Seite online. Über Jahrzehnte.
Ich hatte andere Prioritäten. Beruflich gab es immer etwas zu entwickeln, umzusetzen oder zu organisieren. Auch geschrieben und gebloggt habe ich zwischendurch – meist auf meiner Unternehmensseite und entsprechend mit einem Business-Kontext.
Die persönliche Webseite stand dabei selten oben auf der Liste. Sie hatte ihren Zweck erfüllt und blieb als Erinnerung an diesen Anfang im Netz.
Jetzt hat es mich wieder gepackt. Ich habe Lust, mehr von meinen persönlichen Gedanken zu teilen: über Technologie und KI, Bildung und Unternehmertum. Über Veranstaltungen, Begegnungen und die Frage, wie Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Auch über Dinge, die mich abseits meiner beruflichen Themen beschäftigen.
Hier soll Platz sein für Erfahrungen, Beobachtungen und Fragen, auf die ich noch keine fertige Antwort habe. Für Dinge, die ich ausprobiere und bei denen ich meine Meinung vielleicht auch wieder ändere.
Dafür gibt es jetzt diese neue Webseite. Meine Tätigkeiten gehören weiterhin dazu. Mehr Raum bekommen aber die Gedanken, die dabei und drumherum entstehen.
Vom Notenprogramm in BASIC bis zu dieser neuen Seite ist einiges passiert. Die Freude daran, technische Möglichkeiten auszuprobieren und etwas Eigenes daraus zu machen, ist geblieben.
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Die Webseite, die mir den Weg in die IT geöffnet hat
Meine Bewerbungswebseite brachte mir im Jahr 2000 den Einstieg in die IT und unerwartete Presseaufmerksamkeit. Nach Jahrzehnten bekommt steffenjung.de eine neue Aufgabe: mehr Platz für persönliche Gedanken.

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Zum Barcamp in Nürnberg hatten sich nur knapp 30 Leute angemeldet. Aus der kleinen Runde nehme ich Eindrücke zu KI im Arbeitsalltag mit und die Erkenntnis, wie sehr mir diese Barcamp-Luft gefehlt hat.
